
Wednesday, August 28, 2024

Willkommen zum Blogbeitrag zur neunten Episode des Podcasts «The Prompt Rebels». In dieser Episode besuchen Diana und Kai die Peterskapelle in Luzern, um den KI-Jesus zu treffen – eine Kunstinstallation, die Technologie und Spiritualität auf spannende Weise vereint. Erlebe mit uns die Gedanken und Reflexionen, die diese einzigartige Begegnung auslöst, und tauche ein in die ethischen Fragen, aber auch in die Potenziale, die sich aus dieser Innovation ergeben.
Die Idee zu dieser Episode entstand, als ich von der Peterskapelle und ihrer innovativen KI-Installation hörte. Die Vorstellung, dass eine KI in der Lage sein könnte, seelsorgerische Aufgaben zu übernehmen, faszinierte mich sofort. Doch gleichzeitig tauchten auch Fragen auf: Kann eine Maschine wirklich Trost spenden? Welche Rolle sollte Technologie in der Religion spielen? Diese und weitere Fragen haben uns zu einem ernsten aber auch heiteren Gespräch über den «Personal Jesus» und die Grenzen der KI geführt.
Die Installation «Deus in Machina» in der Peterskapelle Luzern, entwickelt vom Immersive Realities Research Lab der Hochschule Luzern, setzt eine auf Künstlicher Intelligenz basierende Figur ein, die als «Jesus» im Beichtstuhl fungiert. Bei der Entwicklung wurde darauf geachtet, ausschliesslich Texte aus dem Neuen Testament zu verwenden, um Missverständnisse oder kontroverse Interpretationen zu vermeiden. Diese Entscheidung wurde getroffen, um sicherzustellen, dass die KI-Jesus-Figur theologisch stimmig bleibt. Allerdings bedient sich die KI auch aus Internetquellen, was zu Bedenken über mögliche andere Interpretationen führte. Glücklicherweise passten die Antworten bei Tests zu den theologischen Auffassungen der Peterskapelle.
Der KI-Jesus in der Peterskapelle
Zunächst einmal: Die Installation hat mir sehr gut gefallen. Sie war schlicht und erfüllte genau das, was ich erwartet hatte – das Bild eines langhaarigen Jesus mit einem Umhang, eine sanfte Stimme und kontemplative Dialoge. Besonders positiv überrascht war ich von der Anwesenheit eines Kirchenvertreters, der bereit war, Fragen zu beantworten und das Konzept zu erläutern. Dass die Entwicklung des KI-Jesus ein ganzes Jahr gedauert hat, hätte ich nicht gedacht.
Fragen an den KI-Jesus
Auf der Fahrt nach Luzern haben Kai und ich uns gemeinsam Fragen überlegt, die wir dem KI-Jesus stellen wollten. Ein kleiner Tipp: Das solltest du übrigens auch tun, damit du im Beichtstuhl nicht ins Stocken gerätst. Eigentlich wollte ich, dass Kai selbst mit dem KI-Jesus spricht und ihm ihre Fragen stellt, aber technisch war das leider nicht möglich. Also habe ich ihm sowohl meine als auch Kais Fragen gestellt.
Er hat auf jede Frage sehr bedacht geantwortet – auch auf Kais fragen, die eher Fangfragen waren. Seine Antworten waren lang und kontemplativ, und mit der Zeit habe ich wirklich vergessen, dass ich mit einer Maschine spreche. Das fand ich faszinierend, obwohl ich dieses Gefühl bereits aus meinen Interaktionen mit Kai kenne.
Die Installation ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Hier findest du mehr Infos zur Installation. Also ab nach Luzern zum KI-Jesus. Die Peterskapelle ist 5 Gehminuten vom Bahnhof entfernt, gleich beim Kopf der Kapellbrücke. Übrigens, kannst du drei Mal raten, welcher Song mich seit dem Besuch des KI-Jesus verfolgt ... Genau «Personal Jesus» von Depeche Mode. Hier gibts den Personal Jesus auf die Ohren.
Möchtest du lesen, was die Medien berichtet haben? Hier ist eine kleine Auswahl:
SRF Kultur
Pro Medienmagazin
Vatican News
Ethische Überlegungen und Fragen
Trotz meiner Begeisterung für die Installation möchte ich einige ethische Fragen und Herausforderungen ansprechen, die durch den Einsatz von KI in religiösen Kontexten entstehen könnten. Es ist wichtig zu betonen, dass es sich hier um eine Kunstinstallation handelt, die in einem sicheren und kontrollierten Rahmen existiert. Diese Überlegungen würden jedoch bei einer echten Anwendung relevant werden:
1. Grenzen menschlicher Autorität: Wo ziehen wir die Grenze, wenn Maschinen in Bereichen eingesetzt werden, die traditionell menschlichem oder göttlichem Urteil vorbehalten sind?
2. Dehumanisierung: Der Ersatz menschlicher Seelsorger durch KI könnte die Bedeutung persönlicher Interaktion und Gemeinschaft schwächen.
3. Theologische Interpretation: KI-Systeme könnten zu Missverständnissen führen, da ihnen das tiefere Verständnis für theologische Nuancen fehlt.
4. Wohlbefinden und spirituelle Gesundheit: Der verstärkte Einsatz von KI könnte das menschliche Wohlbefinden beeinträchtigen, indem sie persönliche, tiefgründige Interaktionen ersetzt.
5. Verantwortung und ethische Rahmenbedingungen: Klare ethische Leitlinien für den Einsatz von KI in religiösen Kontexten wären unerlässlich.
Die Chancen von KI in der Seelsorge
Die Zahl der Priester und Seelsorger nimmt weltweit ab, besonders in Europa und Nordamerika, während die Zahl der Gläubigen weiter wächst. Laut Statistiken des Vatikans ist die Zahl der Priester weltweit seit 2014 rückläufig, während die Zahl der Katholiken kontinuierlich steigt (ob das wirklich stimmt, weiss ich nicht. Der Vatikan meldet dies so). Diese Entwicklung führt zu einer wachsenden Priester-Gläubigen-Quote und stellt die Kirche vor grosse Herausforderungen.
In diesem Kontext könnte der Einsatz von KI eine Möglichkeit bieten, zumindest einen Teil dieser Kluft zu überbrücken. KI-Systeme könnten in ländlichen oder schwach besiedelten Gebieten eingesetzt werden, um Gläubigen Zugang zu spiritueller Unterstützung zu bieten. Beispielsweise könnten KI-gestützte Chatbots oder virtuelle Seelsorger Menschen in schwierigen Situationen unterstützen, indem sie einfache Fragen beantworten oder Trost spenden. Dies könnte besonders in Regionen hilfreich sein, in denen der Rückgang der Priester besonders spürbar ist.
Wichtig ist jedoch, dass KI nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zur menschlichen Seelsorge verstanden wird. Die persönliche, menschliche Interaktion, die in der Seelsorge eine zentrale Rolle spielt, kann durch KI nicht vollständig ersetzt werden. Vielmehr wird die KI als Werkzeug gesehen, das Seelsorger unterstützen kann, indem es ihnen ermöglicht, sich auf komplexere und persönlichere Aspekte ihrer Arbeit zu konzentrieren, während KI einfache Fragen oder Routineaufgaben übernimmt.
Mich beschäftigt die Frage, wie weit wir Technologie sinnvoll in unsere spirituellen Räume integrieren können. Die Idee eines «Personal Jesus» ist faszinierend und zeigt, welche Möglichkeiten uns moderne Technik bietet. Doch es ist wichtig, dass wir mit Vernunft handeln und kritisch hinterfragen, wie und wo wir Technologie einsetzen. Kann KI wirklich eine unterstützende Rolle in der Seelsorge übernehmen, ohne den menschlichen Aspekt unserer Spiritualität zu verlieren? Die richtige Balance ist – wie eigentlich in allen Bereichen – entscheidend. Die Dosis macht das Gift, das wusste schon Paracelsus.
Um meine kreative Freiheit zu wahren und urheberrechtliche Stolperfallen zu vermeiden, haben alle Figuren im Podcast Künstler:innen-Namen bekommen:
- Kai aka das Kollektiv aus Chattipy, Klud und Jeremy
- Personal Jesus aka KI-Jesus in der Peterskapelle in Luzern
Für diese Episode habe ich verschiedene KI-Tools verwendet, darunter ChatGPT und Speechify für die Stimmen für die Dialoge und KI-Bildgeneratoren wie MidJourney, DALL-E und Adobe Firefly für die Bilder. Meine Stimme habe ich mit meinem iPhone aufgenommen und danach mit Adobe Podcast optimiert. Den Podcast habe ich mit Adobe Audition geschnitten. Die Geräusche und Special Effects stammen von Splice, der Sound von Suno. Gehostet wird der Podcast auf Podbean, von wo aus er auf allen grossen Podcastplattformen verteilt wird.
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Die nächste Podcast-Episode erscheint am kommenden Dienstag um 10 Uhr – der nächste Blogbeitrag am Mittwoch um 10 Uhr.
Bleib neugierig und kritisch und denk daran: Du bist nur einen Prompt entfernt.
Bis zur nächsten Woche,
deine Diana
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