Blog/Holidays are coming – Episode 18 von «The Prompt Rebels»

Einleitung

Willkommen zur 18. Episode von The Prompt Rebels. Heute entführen wir dich in die Welt der Film- und Animationsproduktion – inspiriert vom neuen Coca-Cola-Weihnachtsspot, der vollständig von künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Doch hinter der beeindruckenden Technik verbergen sich spannende Fragen: Können maschinell produzierte Filme wirklich berühren? Was passiert, wenn Emotionen durch Algorithmen ersetzt werden? Wir analysieren den Spot, beleuchten die kontroversen Reaktionen und zeigen, wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann. Dieses Mal sprechen wir explizit über Coca-Cola und andere reale Firmen, ohne sie in fiktive Charaktere zu verwandeln.

Wie ich auf die Idee für die Podcast-Episode 18 kam

Die Idee zu dieser Episode entstand, als ich den neuen Coca-Cola-Weihnachtsspot 2024 sah. Coca-Cola hat mit seinem diesjährigen Weihnachtsspot ein mutiges Experiment gewagt: In Zusammenarbeit mit einer Agentur wurde die ikonische «Holidays Are Coming»-Kampagne mithilfe generativer KI neu interpretiert. Von der Skripterstellung über das Storyboarding bis zur Video-Generierung wurde jeder Schritt durch KI unterstützt. In nur drei Wochen produzierte ein globales Team von 17 Künstler:innen über 18'000 Bilder und 34 Shots, die insgesamt mehr als 85 Minuten Content ergeben – ein Tempo, das mit traditionellen Produktionsmethoden unmöglich gewesen wäre.

Trotz der Effizienz, die die generative KI ermöglichte, setzte das Team bewusst auf menschliche Akzente: Ein echter Chor interpretierte die musikalische Untermalung und reale Menschen dienten als Vorlagen für die Charaktere. Doch jemand fehlte: Anstelle von Santa Claus, der seit Jahrzehnten das Gesicht der Weihnachtskampagne ist, zeigt der Spot lediglich einen roten Ärmel und weisse Manschetten mit einer Art Plastikhand – natürlich ist das ein KI-generiertes Bild. Eine bewusste Entscheidung, wie Coca-Cola erklärte, um sich «an die heutige Zeit anzupassen».

Diese Entscheidung führte zu massiver Kritik. In den sozialen Medien wurde der Spot als «seelenlos», «gruselig» und «dystopisch» bezeichnet. Kommentare wie «Wo ist Santa?» oder «Das ist nicht Coca-Cola» dominierten die Diskussionen. Die Kritik richtete sich nicht nur gegen das Fehlen nostalgischer Elemente wie Santa Claus, sondern auch gegen technische Mängel. Einige Zuschauer:innen bemängelten verzerrte Proportionen in den KI-generierten Bildern, stehende oder sich nicht drehende Räder an den Trucks sowie glattpolierte Gesichter und steife Bewegungen. Diese Details irritierten die Betrachter und trübten die magische Atmosphäre des Spots.

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Da Coca-Cola Santa Claus aus dem diesjährigen Spot gestrichen hat, wollte ich ihm hier die Ehre erweisen – und habe kurzerhand die Santa Dudes mithilfe von MidJourney generiert. Die Erstellung dieser Serie hat mir unglaublich viel Spass gemacht, und ich hoffe, sie macht auch dir Freude! Falls du deinen Weihnachtskarten-Versand dieses Jahr etwas aufpeppen oder die Karten als festliche Dekoration nutzen möchtest, kannst du sie hier für CHF 30 plus Porto bestellen. Das Postkarten-Set ist nummeriert und limitiert auf 50 Sets à 10 Karten. 

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Das aktuelle Ereignis, das in der Episode besprochen wird

Coca-Colas Entscheidung, eine KI-gesteuerte Werbekampagne zu produzieren, war ein Meilenstein – und eine Herausforderung. Technisch gesehen hat der Spot beeindruckende Fortschritte gezeigt: KI ermöglichte eine Produktion, die fünfmal schneller und günstiger war als traditionelle Methoden. Doch hat sich die Einsparung wirklich gelohnt, wenn der Spot Stand heute, 18.11.2024, nicht einmal auf dem eigenen YouTube-Kanal gezeigt wird?

Möglicherweise war die Entscheidung, den Spot zu 100 % mit KI zu produzieren, auch ein bewusster Marketing-Schachzug von Coca-Cola – nicht nur, um ins Gespräch zu kommen, sondern auch, um sich als innovativer Pionier im Bereich der kreativen Technologien zu positionieren.

Was mich gerade persönlich beschäftigt hat und in die Episode eingeflossen ist

Die Produktion des Coca-Cola-Weihnachtsspots 2024 hat die traditionelle Herangehensweise an Werbefilme grundlegend verändert. Während in früheren Jahren umfangreiche Teams aus Regisseur:innen, Kameraleuten, Beleuchter:innen, Set-Designer:innen, Schauspieler:innen und vielen weiteren Fachkräften involviert waren, um die festliche Atmosphäre authentisch einzufangen, wurde der aktuelle Spot von einem globalen Team von nur 17 Künstler:innen in nur drei Wochen erstellt. Mit 45 einzigartigen Versionen für 16 Märkte zeigte Coca-Cola, wie KI die Adaption für verschiedene Anwendungen und Zielgebiete vereinfacht.

Diese Verschiebung hin zu einer KI-dominierten Produktion hat nicht nur die Anzahl der beteiligten Personen reduziert, sondern auch die Art der Zusammenarbeit verändert. Traditionell bot die Produktion solcher Werbespots zahlreichen Fachkräften Beschäftigung und ermöglichte es, menschliche Kreativität und Expertise in jeden Aspekt des Films einzubringen. Durch den verstärkten Einsatz von KI wurden viele dieser Aufgaben automatisiert, was zu einer Reduzierung der menschlichen Beteiligung führte.

Ein weiterer Aspekt ist der Einsatz von Schauspieler:innen. Im aktuellen Spot wurden reale Personen lediglich als Vorlagen für KI-generierte Charaktere verwendet, anstatt sie direkt zu engagieren. Dies steht im Gegensatz zur musikalischen Untermalung, bei der ein echter Chor sang, um die emotionale Tiefe der Kampagne zu verstärken. Die Entscheidung, Schauspieler:innen nicht direkt einzubinden, könnte als verpasste Gelegenheit gesehen werden, mehr menschliche Authentizität und Nuancen in die Charakterdarstellung einzubringen.

Insgesamt zeigt der Wandel in der Produktionsweise des Coca-Cola-Weihnachtsspots die umfangreichen Auswirkungen von KI auf die Film- und Werbeindustrie. Während Effizienz und Geschwindigkeit gesteigert wurden, stellt sich die Frage, inwieweit der Verlust menschlicher Expertise und Kreativität die emotionale Wirkung solcher Kampagnen beeinflusst.

Beispiele für den sinnvollen Einsatz von KI in der Filmindustrie

Im Gegensatz zum Coca-Cola-Spot gibt es zahlreiche Beispiele, wie KI sinnvoll und unterstützend in der Filmproduktion eingesetzt werden kann. Valentin Huber, Visual Effects Supervisor, hat auf der CLTR2024 in Basel einige beeindruckende Anwendungsfälle vorgestellt.

Huber berichtete von einem innovativen Einsatz der KI bei den Dreharbeiten zu «Commandante», einem italienischen Spielfilm. Die Herausforderung bestand darin, Szenen eines U-Boots zu drehen, das sich durch das Mittelmeer bewegen sollte, obwohl es tatsächlich in einem Hafen lag. Mithilfe eines KI-gestützten Systems wurden innerhalb von Minuten provisorische Visual Effects erstellt und der Regie am Set präsentiert. Dies ermöglichte es, kreative Entscheidungen direkt zu treffen und so die Produktionsqualität zu steigern.

Ein weiteres beeindruckendes Beispiel war die Verjüngung eines Schauspielers für eine Schweizer Serie. Das Team nutzte KI, um den Darsteller um 16 Jahre jünger aussehen zu lassen. Diese Aufgabe wäre mit traditionellem Make-up praktisch unmöglich gewesen. Durch den Einsatz von KI wurden über 400 Einstellungen innerhalb von nur drei Monaten bearbeitet – ein Aufwand, der ohne KI Jahre hätte dauern können.

Auch Pixar und DreamWorks setzen KI gezielt ein, um kreative Prozesse zu optimieren. Pixar arbeitete beispielsweise mit der ETH Zürich zusammen, um realistische Feuereffekte für den Film «Elemental» zu erzeugen. DreamWorks entwickelte «MoonRay», ein KI-gestütztes Tool für Beleuchtung und Rendering, das komplexe Animationen schneller und realistischer macht. Diese Technologien zeigen, wie KI repetitive Aufgaben übernimmt, ohne den kreativen Kern der Filme zu gefährden.

Warum Emotionen in der Ko-Kreation entstehen

Die Kritik am Coca-Cola-Spot und die Erfolge von Pixar oder Valentin Huber zeigen deutlich: KI ist eine Partnerin, eine zusätzliche Arbeitskraft (oder besser gesagt ein ganzes Team), aber kein Ersatz für menschliche Schaffenskraft. Emotionale Tiefe und Authentizität können nur entstehen, wenn Menschen und Maschinen Hand in Hand arbeiten. Die Maschine liefert Effizienz und Präzision, während der Mensch Intuition, Emotionen und eine tiefe Verbindung zur Zielgruppe einbringt. Und vor allem bringt der Mensch die Expertise, die Erfahrung und das Urteilsvermögen ein, welche es braucht, um KI-Inhalte zu bewerten und anzupassen.

Fehlen diese menschlichen Komponenten, wirken Filme schnell künstlich und kalt. Dies schadet nicht nur der emotionalen Wirkung, sondern langfristig auch dem Image von Marken oder Produktionen. Ich werde nicht müde, dies zu wiederholen: Die Zukunft gehört der Ko-Kreation zwischen Mensch und Maschine.

Der Weg zu einer neuen Ära der Filmproduktion

Die Filmindustrie hat die Chance, KI als Partnerin zu integrieren, die kreative Prozesse bereichert. Doch diese Partnerschaft funktioniert nur, wenn der Mensch weiterhin die Richtung vorgibt. In der Ko-Kreation – im Zusammenspiel aus maschineller Präzision und menschlicher Intuition – entstehen Geschichten, die uns bewegen, inspirieren und in Erinnerung bleiben.

Was denkst du? Wie können Mensch und Maschine die Zukunft des Films gemeinsam gestalten? Ich freue mich auf deine Gedanken und Anregungen! 🚀

Diese besprechen wir auch am Stammtisch der Turing Agency im Strauhof in Zürich am 12.12.2025. Sei dabei und diskutiere mit.

Who-is-Who in der Episode

Für einmal waren alle geannten Firmen und Personen echt. Nur Kai bleibt, wer sie ist:
- Kai aka das Kollektiv aus Chattipy, Klud und Jeremy und Perpexxi

Welche KI-Tools ich bei der Umsetzung genutzt habe

Für diese Episode habe ich verschiedene KI-Tools verwendet, darunter ChatGPT und Perplexity für die Recherche sowie Speechify für die Stimme von Kai und Adobe Firefly für die Bilder. Meine Stimme habe ich direkt mit dem Macbook aufgenommen und danach mit Adobe Podcast optimiert. Den Podcast habe ich mit Adobe Audition geschnitten. Die Geräusche und Special Effects stammen von Splice, der Sound von Suno. Gehostet wird der Podcast auf Podbean, von wo aus er auf allen grossen Podcastplattformen verteilt wird. Für die Erarbeitung des Blogposts habe ich Perplexity und ChatGPT verwendet. 

Schlusswort

Hat dir die Episode gefallen? Möchtest du mehr über die spannenden Möglichkeiten der generativen KI erfahren? Dann melde dich für einen unserer AIMAZING.WORKSHOPS an und erlebe hautnah, wie KI deine Kreativität beflügeln kann.

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Bleib neugierig und kritisch und denk daran: Du bist nur einen Prompt entfernt.

Bis zur nächsten Episode,
deine Diana
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