
Wednesday, October 23, 2024

Willkommen zur 14. Folge des Podcasts «The Prompt Rebels». In dieser Episode erhalten Diana und Kai die ersten Bewerbungen für ihre Rebels-Offensive und entdecken dabei einen interessanten Trend: Immer mehr Bewerbende nutzen KI-generierte Portraitfotos in ihren Unterlagen. Das bringt spannende Diskussionen über Authentizität, Kreativität und den Einfluss von KI auf den Bewerbungsprozess. Was bedeutet das für die Zukunft? Freue dich auf eine Episode voller Überraschungen und inspirierender Gedanken zur Balance zwischen Mensch und Maschine.
Kürzlich stiess ich auf LinkedIn auf einen Beitrag einer HR-Managerin, die sich kritisch fragte, ob es problematisch sei, dass immer mehr Bewerber:innen KI-generierte Bilder in ihre Bewerbungsunterlagen integrieren. Sie fragte in ihrem Netzwerk nach, ob das auch andere so sähen. Dieser Beitrag hat sofort mein Interesse geweckt – aus zwei Gründen.
Zum einen bin ich ein grosser Fan von KI-Selbstportraits. Für mich sind diese Bilder eine kreative Ausdrucksform und Teil der digitale Kunst. Zudem – als gebürtige Luzernerin und leidenschaftliche Fasnächtlerin habe ich mich schon immer gerne verkleidet und neue Identitäten ausprobiert. Mit KI wird dieser kreative Prozess viel einfacher und die Ergebnisse sind oft beeindruckend.
Auf der anderen Seite fand ich es spannend, dass die HR-Verantwortliche zwar KI-generierte Bilder in Bewerbungen kritisch betrachtet, aber nichts über die KI-gestützte Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber sagt. Für mich sind das zwei Seiten derselben Medaille und genau dieser Frage wollte ich in unserer Podcast-Episode und in diesem Blogbeitrag nachgehen.
>> Übrigens: Über die Rebels-Offensive sprechen wir demnächst! Also Podcast und Blog abonnieren und informiert bleiben.
Bewerbungsprozessen: Chancen, Risiken und Strategien für Bewerbende
In der sich rasant entwickelnden Arbeitswelt gewinnt künstliche Intelligenz zunehmend an Bedeutung, auch im Bereich der Personalbeschaffung und -auswahl. Ein aktueller Trend, der viel Aufmerksamkeit erregt, ist die Verwendung von KI-generierten oder KI-bearbeiteten Portraitfotos in Bewerbungsunterlagen. Diese Entwicklung wirft sowohl interessante Möglichkeiten als auch kritische Fragen auf, die eine genauere Betrachtung verdienen.
KI-generierte Portraits: Eine zweischneidige Innovation
Die Nutzung von KI zur Erstellung oder Bearbeitung von Bewerbungsfotos bietet einige potenzielle Vorteile. So ermöglicht sie es Bewerbenden, ohne grossen finanziellen Aufwand professionell wirkende Portraits zu erstellen. Dies kann besonders für jene vorteilhaft sein, die sich keine teuren Fotoshootings leisten können. Zudem erlaubt die Technologie eine gewisse Flexibilität: Bewerbende können ihr Erscheinungsbild leicht an verschiedene Branchen oder Positionen anpassen, was in einer zunehmend diversifizierten Arbeitswelt von Nutzen sein kann.
Ein weiterer möglicher Vorteil liegt in der potenziellen Reduzierung von Vorurteilen. Theoretisch könnten KI-generierte Bilder dazu beitragen, Diskriminierung aufgrund von Aussehen oder ethnischer Zugehörigkeit zu verringern, indem sie ein standardisiertes, «neutrales» Bild erzeugen.
Allerdings gibt es auch erhebliche Bedenken bezüglich dieser Praxis. Der offensichtlichste Kritikpunkt ist der potenzielle Verlust von Authentizität. Ein künstlich erzeugtes oder stark bearbeitetes Bild könnte als unehrlich oder täuschend wahrgenommen werden, was dem Vertrauensverhältnis zwischen Bewerbenden und potenziellen Arbeitgebenden schaden könnte. Zudem besteht die Gefahr einer technischen Ungleichheit: Nicht alle Bewerbenden nutzen fortschrittlichen KI-Tools, was zu einer unfairen Benachteiligung führen könnte.
Darüber hinaus werfen KI-generierte Bewerbungsfotos grundsätzliche ethische Fragen auf. Sie stellen die Integrität des Bewerbungsprozesses in Frage und könnten als Versuch gesehen werden, das System zu manipulieren. Dies könnte langfristig das Vertrauen in Bewerbungsprozesse untergraben.
Die Kontroverse um Bewerbungsfotos
Die Diskussion um KI-generierte Portraits reiht sich ein in die bereits länger geführte Debatte über die generelle Verwendung von Fotos in Bewerbungen. Befürwortende argumentieren, dass Fotos einen persönlichen Eindruck vermitteln und bei Vorstellungsgesprächen einen Wiedererkennungswert bieten. Kritische Stimmen hingegen betonen das erhöhte Risiko für Diskriminierung, da Fotos unbewusste Vorurteile aktivieren können.
Zudem wird oft argumentiert, dass das Aussehen für viele Positionen schlichtweg irrelevant ist und daher kein Kriterium im Auswahlprozess sein sollte. Nicht zuletzt werfen Bewerbungsfotos auch datenschutzrechtliche Fragen auf, insbesondere hinsichtlich der Speicherung und Verarbeitung persönlicher Bilddaten.
KI im Bewerbungsprozess: Ein wachsender Trend
Die Verwendung von KI in Bewerbungsprozessen geht weit über die Frage der Portraitfotos hinaus. Tatsächlich wird KI bereits in verschiedenen Phasen des Rekrutierungsprozesses eingesetzt. So analysieren KI-Systeme Lebensläufe nach relevanten Qualifikationen, Chatbots beantworten Fragen von Bewerbenden und Algorithmen treffen eine Vorauswahl von Kandidierenden basierend auf definierten Kriterien.
Ein zentrales Element in diesem Prozess ist der Einsatz von Applicant Tracking Systems (ATS). Diese Systeme filtern Lebensläufe automatisch nach vordefinierten Schlüsselwörtern und bewerten, ob Bewerbende für die ausgeschriebene Position geeignet sind. Bewerbende sollten ihre Lebensläufe daher auf die Anforderungen der ATS abstimmen, indem sie Schlüsselwörter aus der Stellenausschreibung gezielt in ihren Unterlagen verwenden. Dabei ist es wichtig, einfache, standardisierte Formate zu nutzen, da komplexe Layouts oder Grafiken von ATS-Systemen oft nicht korrekt oder gar nicht interpretiert werden können.
Bias in KI-Systemen
Obwohl KI die Effizienz und Objektivität von Bewerbungsprozessen erhöhen kann, gibt es auch erhebliche Risiken durch «Bias», also Vorurteilen in den Systemen. Künstliche Intelligenz wird mit historischen Daten trainiert und wenn diese Daten Vorurteile enthalten, kann die KI diese unbewusst reproduzieren. Dies kann dazu führen, dass bestimmte Bewerbende aufgrund ihres Namens, Geschlechts oder ihrer ethnischen Zugehörigkeit benachteiligt werden, auch wenn dies nicht beabsichtigt ist. Unternehmen müssen ihre KI-Systeme daher regelmässig überwachen, um diskriminierende Muster zu erkennen und zu beheben.
Strategien für erfolgreiche Bewerbungen in Zeiten der KI
Angesichts der zunehmenden Rolle von KI in Bewerbungsprozessen stellt sich für viele die Frage, wie sie ihre Chancen auf eine erfolgreiche Bewerbung maximieren können. Eine zentrale Strategie ist die Optimierung des Inhalts der Bewerbungsunterlagen. Dabei ist es wichtig, relevante Schlüsselwörter aus der Stellenausschreibung zu identifizieren und diese geschickt in Lebenslauf und Anschreiben zu integrieren.
Quantifizierbare Erfolge, wie etwa Prozentangaben zu Umsatzsteigerungen oder Effizienzverbesserungen, können besonders hilfreich sein, da sie von KI-Systemen leicht erfasst und bewertet werden können. Gleichzeitig sollten Bewerbende darauf achten, ihre Qualifikationen und Erfahrungen präzise und konkret darzustellen. Vage Formulierungen sollten vermieden werden zugunsten spezifischer Angaben zu Fähigkeiten und Leistungen, die für die angestrebte Position relevant sind.
Die Struktur und Formatierung der Bewerbungsunterlagen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Es empfiehlt sich, standardisierte Formate zu verwenden, die von ATS-Systemen leicht erkannt und verarbeitet werden können. Komplexe Layouts oder ausgefallene Grafiken sollten vermieden werden, da sie von KI-Systemen möglicherweise nicht korrekt interpretiert werden.
Fazit
Die Integration von KI in Bewerbungsprozesse ist eine komplexe Entwicklung mit vielfältigen Implikationen. Während sie das Potenzial hat, Effizienz und Objektivität zu steigern, müssen ethische Bedenken und potenzielle Verzerrungen sorgfältig adressiert werden. Bewerbende und Arbeitgebende sollten sich an neue Anforderungen anpassen und die Möglichkeiten der KI strategisch nutzen, ohne dabei die menschlichen Aspekte des Bewerbungsprozesses aus den Augen zu verlieren.
In der heutigen Arbeitswelt gewinnen KI-generierte Portraitbilder also zunehmend an Bedeutung – aber nicht nur dort. Für mich als Kreativschaffende ist das Experimentieren mit KI-generierten Bildern weit mehr als die Nutzung eines technischen Tools. Es ist ein künstlerischer Ausdruck, der es mir erlaubt, mein Selbstbild auf neue, kreative Weise zu erforschen. Dieses Experimentieren mit dem eigenen Portrait hat in der Kunstgeschichte Tradition: Viele Kunstschaffende nutzten und nutzen ihr eigenes Bild, um verschiedene Aspekte ihrer Identität darzustellen. Das «Recht am eigenen Bild» spielt dabei zunehmend eine entscheidende Rolle – durch die Selbstinszenierung schaffe ich mir Freiheit im kreativen Prozess und respektiere gleichzeitig die Bildrechte anderer.
Diese künstlerische Selbstinszenierung hat auch eine philosophische Dimension: Bei jedem Portrait stelle ich mir die Frage, wer ich auf diesem Bild bin und wie ich mich in dieser Rolle sehe. Dieser Gedanke lässt sich wunderbar mit Kierkegaards Zitat «Das Selbst ist ein Verhältnis, das sich zu sich selbst verhält» verbinden. Jedes neue Portrait ist ein Schritt im Prozess, das eigene Selbst zu reflektieren und neu zu erschaffen – eine ständige Auseinandersetzung mit dem, was wir sind und was wir werden können.
Das Zitat stammt aus Kierkegaards Werk «Die Krankheit zum Tode» und fasst seine Sicht des Selbst sehr prägnant zusammen. Es ist ein komplexer Gedanke, der das Selbst als dynamisch und relational beschreibt und nicht als etwas Festes oder Unveränderliches.
Rezeption und Interpretation
1) Das Selbst als Relation:
Kierkegaard beschreibt das Selbst als Relation, was bedeutet, dass es aus einer Beziehung besteht. Diese Beziehung ist aber nicht zu etwas Äusserem, sondern zu sich selbst. Das Selbst ist also ein Bewusstsein, das über sich selbst nachdenkt, sich selbst reflektiert und sich ständig zu dem, was es ist, in Beziehung setzt. Dieses Selbstverhältnis ist zentral für Kierkegaards Philosophie der Existenz.
2) Die Spannung im Selbst:
Da das Selbst in einer ständigen Beziehung zu sich selbst steht, ist es auch eine Quelle von Spannungen und Konflikten. Diese Spannung entsteht, weil das Selbst immer im Werden ist, also nie eine abgeschlossene Einheit darstellt. Der Mensch ist ständig dabei, sich selbst zu formen, und es besteht immer ein Unterschied zwischen dem, was er ist, und dem, was er sein könnte oder sein will.
3) Freiheit und Verantwortung des Selbst:
Nach Kierkegaard hat der Mensch die Freiheit und auch die Verantwortung, diese Beziehung zu sich selbst zu gestalten. Diese Freiheit kann sowohl beängstigend als auch befreiend sein, da sie das Individuum zwingt, sich aktiv mit seiner Identität auseinanderzusetzen und Entscheidungen über sein eigenes Leben zu treffen. Das Nicht-Werden des Selbst, das Scheitern dieses Selbstverhältnisses, beschreibt Kierkegaard als Verzweiflung.
4) Existentialistische Dimension:
Dieses Zitat steht in engem Zusammenhang mit der existentialistischen Philosophie Kierkegaards, in der er die Bedeutung der Individualität und der persönlichen Erfahrung betont. Das Selbst ist nicht etwas Gegebenes, sondern etwas, das in jedem Augenblick geschaffen und gepflegt werden muss. Es ist ein Projekt, das nie abgeschlossen ist, sondern immer in Bewegung und Veränderung bleibt.
Bezug zur Kunst und zum Selbstportrait
Überträgt man dieses Zitat auf eine Serie von Selbstportraits, so passt es sehr gut zu der Idee, dass man sich in jedem Portrait in einem neuen Verhältnis zu sich selbst darstellt. Jedes Bild ist eine Momentaufnahme dieses Selbstverhältnisses und könnte unterschiedliche Aspekte der eigenen Identität, Emotionen oder persönlichen Entwicklung zeigen. Wie das Selbst bei Kierkegaard ist auch das Selbstportrait ein dynamischer Prozess – es gibt nicht «ein» festes Selbst, sondern viele Möglichkeiten, sich selbst zu sehen und zu gestalten.

Um meine kreative Freiheit zu wahren und urheberrechtliche Stolperfallen zu vermeiden, haben alle Figuren im Podcast Künstler:innen-Namen bekommen:
- Kai aka das Kollektiv aus Chattipy, Klud und Jeremy und neu von Perpexxi
Für diese Episode habe ich verschiedene KI-Tools verwendet, darunter ChatGPT und Perplexity für die Recherche sowie Speechify für die Stimme von Kai und Adobe Firefly für die Bilder. Meine Stimme habe ich direkt mit dem Macbook aufgenommen und danach mit Adobe Podcast optimiert. Den Podcast habe ich mit Adobe Audition geschnitten. Die Geräusche und Special Effects stammen von Splice, der Sound von Suno. Gehostet wird der Podcast auf Podbean, von wo aus er auf allen grossen Podcastplattformen verteilt wird. Für die Erarbeitung des Blogposts habe ich Perplexity und ChatGPT verwendet. Die KI-Portraits habe ich mit Midjourney und InSwapper generiert.
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Bis zur nächsten Episode,
deine Diana
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