
Kreativität entstand nie im isolierten Geist eines Menschen. Sie war schon immer ein Netzwerk, ein Zusammenspiel, ein Remix von Bestehendem. Künstliche Intelligenz macht diese relationale Natur von Kreativität nun explizit sichtbar.
Meine Forschungsfrage lautet: Wo verlaufen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine im kreativen Prozess, und was entsteht, wo sie verschwimmen?
In der Kopplung zwischen Mensch und Maschine öffnet sich ein dritter Raum. Hier entsteht etwas völlig Neues, das weder rein menschlich noch rein maschinell ist. Die Maschine ist keine neutrale Assistentin. Sie ist eine Mediatorin aus unserer verdichteten Kultur, die menschliche Impulse aktiv transformiert. Mensch und Maschine konstituieren sich erst im gemeinsamen Prozess, nicht vorher.
Ich arbeite wie eine DJane. Ich remixe Bestehendes zu etwas Neuem: Theorien, Klänge, Gedanken, Technologien. Meine Methode ist autoethnografisch. Ich bin zugleich Forschende und Forschungsgegenstand.
Mein Ziel ist, hybride Kreativität als Schlüsselkompetenz im digitalen Zeitalter versteh- und trainierbar zu machen.

In meiner künstlerischen Forschung dokumentiere ich, was im hybriden Prozess tatsächlich geschieht: die Überraschungen, die Fehler, die Momente, in denen die Maschine etwas vorschlägt, das ich allein nicht gedacht hätte. Ich protokolliere Gespräche mit KI, analysiere Iterationsschleifen und mache die Entstehung von hybriden Werken transparent. Meine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Klang, Atmosphäre und Wahrnehmung.
Ich arbeite mit Sound, weil er sich weniger kontrollieren lässt als Text oder Bild. Klang zeigt besonders deutlich, wo menschliche Intention endet und maschinelle Transformation beginnt.
Aus dieser Praxis entwickle ich Methoden, die sich auf Bildung, Kunst und Innovation übertragen lassen. Wie lernt man, produktiv mit Unsicherheit umzugehen? Wie fragt man so, dass die Maschine keine blosse Assistentin bleibt? Wie kultiviert man die Begegnung im dritten Raum?
In meiner künstlerischen Praxis arbeite ich mit Klang, Wasser und Atmosphäre. Wasser ist mein Lieblingselement. Es passt sich an, ist immer in Bewegung, steht immer in Beziehung. Hybride Kreativität hat viele Qualitäten des Wassers.
Meine Arbeiten entstehen im Gespräch mit KI-Systemen. Ich entwickle Podcasts, Soundscapes, akustische Installationen und Experimente mit generativer Audio-KI.
Ich remixe nicht nur Sounds, sondern auch Theorien, Gespräche und Denkprozesse. Meine Arbeiten machen den hybriden Entstehungsprozess transparent. Sie zeigen die Fehler, die Halluzinationen der Maschine, die Momente, in denen etwas Unerwartetes entsteht.
Meine Kunst stellt weniger Antworten bereit als vielmehr Fragen: Wo endet menschliche Intention? Wo beginnt maschinelle Eigendynamik? Und was entsteht im Raum dazwischen?
Hybride Kreativität ist trainierbar. In meiner Bildungsarbeit zeige ich, dass Kreativität in jedem Menschen angelegt ist – unabhängig davon, ob man sie selbst wahrnimmt oder von anderen bestätigt bekommt. Die entscheidende Frage ist nicht „Bin ich kreativ?", sondern „Wie kultiviere ich kreatives Denken?"
Fragen stellen ist die zentrale Fertigkeit im Umgang mit KI. Wer gut fragt, bekommt gute Antworten. Wer schlecht fragt, bekommt Schrott. Gutes Prompting ist im Kern gute Kommunikation.
Ich vermittle Methoden, die Vorstellungskraft, KI-Kompetenz und kritisches Denken verbinden. Dabei geht es um mehr als technische Fertigkeiten. Es geht um die Bereitschaft, sich überraschen zu lassen und zu staunen.
Kinder, Jugendliche und Erwachsene lernen bei mir, diesen Prozess bewusst zu gestalten und dabei sowohl die Stärken als auch die Grenzen der Maschine zu verstehen.
In meiner Kunst erforsche ich die Schnittstellen zwischen Mensch, Natur und Technologie. Mich fasziniert die Frage, wie wir als Menschen uns selbst und unsere Umgebung wahrnehmen – und wie neue Technologien, insbesondere Künstliche Intelligenz, diese Wahrnehmung erweitern oder herausfordern können.
Ich sehe Kunst als Gespräch: zwischen Mensch und Maschine, zwischen Konzept und Gefühl, zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten. Meine Arbeiten möchten Betrachter:innen und Hörer:innen einladen, die eigene Verbindung zur Natur neu zu entdecken und gleichzeitig die Rolle der Technologie als kreative Mitgestalterin zu reflektieren.
Meine Projekte sind geprägt von einer tiefen Auseinandersetzung mit philosophischen Grundfragen – Wer sind wir? Wohin gehen wir? Wie können wir unsere Beziehung zur Natur und zur Technologie neu denken? Dabei ist es mir wichtig, nicht nur Fragen aufzuwerfen, sondern auch Räume für Inspiration, Reflexion und Wertschätzung zu schaffen.

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