Experimente mit
​Hybrider Kreativität

Willkommen auf der Projektseite meiner MAS-Thesis «Experimente mit Hybrider Kreativität» im MAS Creative Practice an der Zürcher Hochschule der Künste. Diese Seite dokumentiert eine Forschungsreise in den dritten Raum. Der dritte Raum ist jener Ort, an dem die Grenzen zwischen Mensch und Maschine im kreativen Prozess verschwimmen und etwas entsteht, das weder rein menschlich noch rein maschinell ist.

FORSCHUNGSFRAGE
Wo verlaufen die Grenzen zwischen Mensch und Maschine im co-kreativen Prozess? Was entsteht, wo verschwimmen die Grenzen?

THESE
Hybride Kreativität verändert, was wir als schöpferische Wesen sind.

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Von der Theorie zur Podcast-Serie

Zu Beginn dieser MAS-Arbeit wollte ich eine klassische Forschungsarbeit schreiben. Ich sammelte Theorien, las Bücher und Studien, exzerpierte, ordnete und katalogisierte. Doch je länger ich las, desto klarer wurde mir: Ich wollte das Gelesene nicht nur verstehen. Ich wollte erleben, ausprobieren und experimentieren, was es heisst, hybrid kreativ zu sein.

Also entschied ich mich für eine Praxisarbeit. Das Problem: Ich hatte inzwischen viel zu viel Text. Die Frage war, wie ich diese Fülle verdichten konnte, ohne das Wesentliche zu verlieren.

Die Idee kam fast von selbst: Ich machte Podcast-Episoden daraus. Schliesslich hatte ich mit «The Prompt Rebels» bereit 20 Podcast-Episoden gemeinsam mit Kai, meiner KI-Assistentin kreiert. Wer in die Welt der Prompt-Rebellinnen eintauchen möchte, klickt hier. 
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​WIE DIE EPISODEN ENTSTANDEN
Der erste Teil dieser Arbeit entstand in einem hybriden Prozess mit NotebookLM, Claude, ChatGPT, Gemini, Splice und Adobe Podcast.

DER PROZESS
1. Prompt-Entwicklung mit Claude & ChatGPT
→ Präzise Instruktionen, bzw. Prompts formulieren 

2. Podcast-Generierung mit NotebookLM
→ Meine Theorietexte als Quelle eingeben
→ Audio-Zusammenfassung generieren lassen
→ 4-16 Iterationen pro Episode

3. Audio-Optimierung mit Adobe Podcast
→ Sprachqualität verbessern
→ Störgeräusche entfernen
→ Transkript erstellen und von Hand grob korrigieren

4. Jingle mit Splice (KI-gestützte Stacks-Funktion)
→ Musikalische Patterns vorgeschlagen und kombiniert

5. Finaler Schnitt & Export
→ Als Audiogramm für YouTube. Hier gehts zum YouTube-Kanal und mehr über Google Lyria Camera.
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Episode 0.5

​Wie stellt man gute Fragen? Und warum ist das Fragen selbst ein kreativer Akt? Diese Episode untersucht die sokratische Maieutik, Hans-Georg Gadamers Hermeneutik und Margaret Bodens Kreativitätstheorie. Der Mensch initiiert durch Fragen. Die Maschine transformiert durch Antworten. Und im Spannungsfeld zwischen beiden entsteht bestenfalls Neues.

Episode 1

Die Entzauberung
​des menschlichen Geniekults

Episode 2

Die Maschine als Remix unserer Kultur

Episode 3

Der Cyborg als
verflochtenes Wesen

Episode 4

Hybride Praxis zwischen Intuition und Algorithmus

Episode 5

Der dritte
Raum

Meta-Episode

Der Remix
​des Remixes


WAS DABEI HERAUSKAM: KEY LEARNINGS AUS DEM PROZESS

1. DIE MASCHINE BEFOLGT NIE ALLE ANWEISUNGEN
NotebookLM hatte seinen «eigenen Kopf.» Manchmal genderte das System, manchmal nicht. Manchmal siezten sich die KI-Moderator:innen, manchmal duzten sie sich. Die Aussprache war nicht steuerbar. Das Resultat war urkomisch und schräg und genau das liess ich stehen.

2. HALLUZINATIONEN ALS FEATURE
Praktisch in allen Episoden erfand NotebookLM Dinge, die nicht im Text standen. Die Maschine interpretierte um, ergänzte eigene Einschübe, legte unwillkürlich Schwerpunkte. Diese Abweichungen verstand ich als Teil des Experiments. Sie zeigen die Maschine als das, was sie ist: eine Transformatorin mit eigenen Eigenheiten.

3. STIMMEN WERDEN ZU GESICHTERN
Wenn ich die KI-Stimmen höre, stelle ich mir unwillkürlich Menschen vor, obwohl ich rational weiss, dass sie kein Äusseres haben. Unser Gehirn versucht, aus Stimmqualität visuelle Informationen zu generieren. Im Bezug auf KI-Stimmen ist das eine schräge Sache.

4. VALIDIERUNG IM HYBRIDEN RAUM IST KOMPLIZIERT
Ist es legitim, maschinell generierte Inhalte mit anderen maschinellen Systemen zu verwerten, zu remixen, zu überprüfen? Was bedeutet es, wenn sowohl der zu prüfende Inhalt als auch die Verwertungs- und Prüfinstanz auf denselben statistischen Prinzipien beruhen? Der Loop (Zirkelschluss) ist methodisch problematisch, aber gerade im kreativen Prozess äusserst produktiv.

5. HYBRIDE KREATIVITÄT MACHT NICHT SCHNELLER
Ich brauchte 4-16 Prompts pro Episode, endlose Iterationen, manuelle Korrekturen. Hybrid kreativ zu sein macht einen nicht effizienter und auch nicht besser. Man arbeitet einfach anders.

6. NICHT-VERSTEHEN ALS PRINZIP
NotebookLM war intransparent in seinen Entscheidungen. Ich verstand die Logik hinter den Outputs nicht. Das könnte mich stören, tat es aber nicht. Vielleicht ist Nicht-Verstehen Teil des kreativen Prinzips. Die Black-Box überraschte mich immer wieder.

MEHR ERFAHREN
Alle Episoden sind auf meinem YouTube-Kanal verfügbar, inklusive Abstracts zu den theoretischen Inhalten.

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